Von Lebensweisheiten und inspirierenden Sätzchen

Sie sind überall: Lebensweisheiten und inspirierende kleine Sätzchen, Zitate, Sprüche und Aphorismen. Ob auf Facebook, Twitter, Pinterest, ob schlicht oder in kalligraphischen Buchstaben, mal mit, mal ohne inspirierendes Bild im Hintergrund. Und nicht nur die sozialen Netzwerke sind voll davon, auch ganze Bücher sind vollgedruckt, Notizbücher und Kalender verzieren sich mit ihnen, sie kleben an den Wohnzimmerwänden, an der Heckscheibe der Autos und fungieren als Hintergrundbild auf dem Smartphone.
Und ja, auch ich gehöre zu denjenigen, die den Lebensweisheiten und kleinen inspirierenden Sätzchen verfallen bin.

Durch kleine Weisheiten dem Leben wieder mehr Bedeutung einhauchen

Wir stecken im Alltag fest, wie (fast) immer, logisch, sagt das Wort ja schon. Wir machen viele Erfahrung, Fehler, haben Glücksmomente und fallen tief, stehen wieder auf, richten die Krone und laufen weiter. Wir erleben Gefühlschaos, verlieren jegliche Hoffnung, tanzen vor Freude und weinen vor Verzweiflung. Wir verlieren oft, gewinnen noch öfters und vollbringen Wunder. Wir kämpfen uns durchs Leben und das schon seit Jahren und vielen Generationen. In all der Zeit haben wir durch das Leben erworbene Weisheiten gesammelt –  mal mehr, mal weniger wertvoll – und diese in Geschichten, Gedichten und Zitaten verarbeitet. Aber was haben wir davon? Wir haben dem Leben wieder mehr Bedeutung eingehaucht, es authentisch dargestellt mit einem Hang zur Poesie, Philosophie und vor allem Optimismus. Manchmal scheinen Momente ganz eigen, kaum beschreibbar und doch schaffen es 1-2 kleine Sätzchen, sie perfekt zu umschreiben. Lebensweisheiten können eine große Tiefe haben, oder oberflächlichen Witz und doch steckt immer ein Funken Wahrheit dahinter. Und sie geben uns Halt, Verständnis und Zuversicht, genau das, was wir in manchen Momenten einfach brauchen.

Wie viel Lebensweisheit verträgt der Mensch?

Aber manchmal, da ist es einfach zu viel. Nicht nur die wirren Gedanken in meinem Kopf, sondern auch all die kleinen klugen Sätzchen, die ich zu lesen bekomme. Manchmal, da fühlt es sich nicht mehr wie eine verständnisvolle Stütze an, sondern wie Ratschläge, die auf einen einprasseln. Ich bekomme Tipps, wie ich eine gute Freundin bin (indem als erstes zu mir selbst gut bin), wie ich auf unterschiedlichste Art und Weise mit Trauer umgehen kann und besonders; warum es gar keinen Grund zu Trauern gibt (unterstützt mich in dem Moment wenig!), wie ich ein glücklicheres Leben führen kann und wieso Entspannung und Ich-Momente so wichtig sind. In manchen Momenten wirken die Sprüche ideologisch, gar ekelig kitschig. Dies sind die Momente, so glaube ich, in den es Zeit wird, eigene Lebensweisheiten zu schreiben. Genug gelernt von der Weisheit der anderen, warum dir selbst nicht mal vertrauen und eigene Erfahrungen machen und daraus lernen? Ob du sie später in kreative kurze Sätzchen verpackst, bleibt immer noch deine Entscheidung.

Meine liebste Lebensweisheit

… Die kommt von John Lennon und begleitet mich – manchmal schon mantraartig – seit einigen Jahren. Die zwei Sätzchen sind recht simpel und doch ausdrucksstark und besonders wichtig: optimistisch.

Everything is going to be okay in the end. If it’s not okay, it’s not the end.
〈John Lennon〉

 

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