Ein Sommerwochenende in PRAG – Travel Guide

„Goldene Stadt“, den Spitznamen bekam Prag von Karl IV. Wenn sich das nicht gut anhört? Ich war begeistert von den Fotos, die auf meinem Bildschirm aufleuteten, als ich Prag in die Googleleiste tippte. Ja, doch, der Freund hatte mich überzeugt.

Wir verbrachten 3 Nächte in der „goldenen Stadt“, meines Erachtens die perfekte Länge für einen kleinen Städtetripp, ein verlängertes Sommerwochenende in Prag. In diesem Blogpost habe ich die – meiner Meinung nach – wichtigsten Punkte zusammengefasst, ebenso wie ein paar kleine Tipps für einen schönen Pragaufenthalt.

Ein paar Infos über Prag & was dich erwartet

Prag, die Hauptstadt von Tschechien bzw. der Tschechischen Republik ist eine der ältesten und größten Städte in Mitteleuropa. Die Stadt wurde von der Zerstörung im 2. Weltkrieg weitestgehend verschont und prahlt daher mit einer vielfältigen Architektur aus  den ganz unterschiedlichsten Epochen und in den verschiedensten Stilen. Seit 1992 zählt das historische Zentrum Prags zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Das sehenswerte Zentrum Prags ist in 4 Stadtviertel eingeteilt; dem Burgviertel und der Kleinseite auf der Westseite der Moldau und die Altstadt/Josefsstadt und die Neustadt auf der Ostseite der Moldau. Verbunden werden die Seiten mit vielen Brücken, darunter die Berühmteste, die Karlsbrücke.

Tschechien gehört zwar zu Europa, jedoch muss vor Anreise bedacht werden, dass hier nicht mit dem Euro, sondern in Tschechischen Kronen bezahlt wird. Es gibt Münzen zu 1, 2, 5, 10, 20 und 50 Kc. Banknoten sind in Scheinen zu 100, 200, 500, 1000, 2000 und 5000 Kc erhältlich. Umrechnungskurs liegt momentan bei 1 Euro = 27,03 Kc (Stand: August 2015).

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Ankommen & Herumkommen

Nach Prag ist einfach und recht schnell zu kommen, sowohl mit Auto, Zug, Bus oder dem Flugzeug. Sowohl aus Richtung Nürnberg, als auch aus Richtung Dresden gibt es eine Autobahn direkt nach Prag. Beachtet werden muss allerdings dass für die Nutzung der Autobahn und zahlreicher Schnellstraßen eine Vignette erforderlich ist (Preis nach Dauer). Züge gibt es ebenfalls wie Fernbuslinien einige nach Prag, auch Nachtzüge. Einfach mal die Augen aufhalten für gute Angebote bei der Bahn (und Bus). Mit dem Flieger kommt man auch leicht und teilweise recht günstig (bspw. Ryanair) zum Prager Flughafen. Dieser liegt 16 km vor der Stadt, von dort ist die Innenstadt aber gut und günstig mit der Bahn und Linienbussen zu erreichen.

Für den öffentlichen Personennahverkehr können Fahrkarten gekauft werden, die sowohl für die Straßenbahn, Metro als auch den Bus zu benutzen sind. Es gibt das 24-Kc-Ticket für eine Fahrt bis 30 Minuten und das 32-Kc-Ticket für 90 Minuten. Außerdem können 24-Stunden-Tickets (110 Kc), ebenso wie 72-Stunden-Tickets (1000 kc) erworben werden. Meiner Meinung nach braucht man die öffentlichen Verkehrsmittel jedoch nur, wenn man vom Flughafen in die Innenstadt möchte. Das Prager Zentrum ist nicht sonderlich groß und somit am Besten zu Fuß zu erkunden. Fahrräder sind wegen dem Kopfsteinpflaster eher weniger zu empfehlen. Auch das Auto sollte in der Hotelgarage stehen bleiben, da einen freien Parkplatz zu ergattern oft unmöglich erscheint.

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Sightseeing & Aktivitäten

Die Klassiker:

  • Der Hradschin ist das größte zusammenhängende Burgareal der Welt und thront auf dem etwa 70 m hohem Hügel über der Stadt. Früher residierten dort die böhmischen Fürsten und Könige, seit 1918 ist er Sitz des Staatspräsidenten. Der Hradschin besteht insgesamt aus drei Burghöfen und 60 Gebäuden und von dort aus hat man eine wunderbare Sicht über die Stadt und die Moldau. Täglich um 12 Uhr gibt es eine groß Wachablösung am Burgtor zu sehen. Sehenswert sind bei einem kleinen Spaziergang auch die umliegenden Viertel, die Burgvorstadt.
  • Die Goldenen Gässchen befinden sich ebenfalls am Burgareal und sind eine der Touristenspots. Sie sind Prags berühmteste Gässchen, in denen einst auch Franz Kafka wohnte. Tipp: nach 16 Uhr bzw. 18 Uhr (je nach Saison) freier Eintritt.
  • Die Kleinseite gilt als das wohl romantischste Viertel Prags und liegt unterhalb des Hardschins. Für Filme müssen hier lediglich die Autos weggefahren und Werbeplakate abmontiert werden um eine perfekte Kulisse für Filme aus dem 18. Jahrhundert zu bekommen.
  • Zur Kleinseite gehört auch die Halbinsel Kampa, ein beliebter Ort für Spaziergänge. Hier ist an der nördlichsten Stelle auch das Prager Venedig zu entdecken, eine Gruppe alter Häuser am Wasser.
  • Zu jeder Jahreszeit empfehlenswert ist der Petrin (Laurenzieberg), von dem man einen wunderschönen Blick über die Stadt hat. Wer höher hinauf will, steigt die 299 Stufen hoch auf den Prager Eiffelturm und genießt in schwankender Höhe einen traumhaften Blick über Prag.
  • Die Karlsbrücke, ist eine 10 m breite und 520 m lange Brücke, auf der man von der Altstadt zur Kleinseite gelangt. Lange Zeit war sie die einzige Verbindung der Stadtseiten und ist mit ihren Brückenheiligen ein bekanntes Wahrzeichen Prags. Vorsicht Anrempelungsgefahr: hier ist es immer voll von Touristen!
  • Die Altstadt zählt als das vitalstes Viertel Prags. Besonders sehenswert ist hier das Jüdische Viertel mit den vielen Synagogen, dem alten jüdischen Friedhof und dem Jüdischen Museum.
  • Das Altstädter Rathaus mit seiner bekannten Astronomischen Uhr liegt direkt am Altstädter Ring, ein Spaziergang wert!
  • Der Wenzelplatz hat nicht nur viel tschechische Geschichte zu bieten, sondern auch jede Menge Einkaufsmöglichkeiten.
  • Das tanzende Haus in der Neustadt ist ein perfekter Fotospot, auch im Dunkeln.

Weitere Möglichkeiten:

  • Die schmalste Gasse Prags, die so eng ist, dass sie eine Ampel braucht um nicht bei Gegenverkehr stecken zu bleiben.
  • Was ist Prag ohne Franz Kafka? Trotz dass er ein widersprüchlichem Verhältnis zur Stadt hatte, lohnt sich vielleicht ein Blick in das Franz-Kafka-Museum.
  • Die Palastgärten der Prager Burg lohnen sich: Viele kleine Gärten, die am Fuße des Burghügels liegen mit Brüstungen, Treppen und Brunnen verziert. Ein Ort der Ruhe zum Durchatmen.
  • Viele verbinden mit Prag nicht nur die böhmische Küche, sondern auch gutes Bier. Wie wäre es also mit einem Besuch im Biermuseum?

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Essen & Trinken

In Bezug auf Speisen darf bei einem Pragbesuch die böhmische Küche nicht fehlen. An der Moldau wird meist deftig gegessen, mit Fleisch, Knödeln, Kraut und Lendenbraten sind die Prager immer noch am besten zufrieden.

Super lecker und überall zu finden sind auch die Baumstriezeln (Trdelnik), am Besten immer noch ganz schlicht mit Zucker, Zimt und Nuss.

Ein weiteres Muss ist und bleibt das Bier. Pivo kommt von pit, was „trinken“ bedeutet und gehört zum Stadtbild einfach dazu.

Nicht neu-, sondern wiederentdeckt haben die Prager auch die Kaffeehauskultur. Zeitung lesen, Cappuccino trinken, gehört das nicht so oder so zu einem Urlaub dazu?

Aber Vorsicht: Lokale und Cafés gibt es an jeder Ecke und unter ihnen einige schwarze Schafe. Es lohnt sich, sich vorher ein wenig zu informieren oder aber von den belebten Hauptattraktionen und -Gassen wegzubewegen um nicht in die typischen Touristenlokale zu tappen.

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Meine Tipps

  • Gute, bequeme Schuhe und wenn möglich den Rollkoffer zu Hause lassen. Denn: in Prag gibt es Kopfsteinpflaster so weit das Auge reicht. Da kann ein ganzer Tag in unbequemen Schuhen sehr lang werden.
  • Es regnet? Sightseeing aus der Straßenbahn ist eine gute und recht günstige Möglichkeit. Besonders Linie 22 lohnt sich, aber auch die Linie 17 fährt viele Highlights ab.
  • Die Karlsbrücke ohne große Touristenströme zu erkunden, scheint oft unmöglich, besonders in der Hochsaison. Daher lohnt es sich einen Morgen besonders früh aufzustehen und die Ruhe vor dem Sturm mit einer tollen Aussicht ohne Anrempeln zu genießen.
  • Bei schönem Wetter ist es empfehlenswert ein paar Snacks und Getränke einzupacken und sich den Sonnenuntergang von der kleinen Insel Střelecký ostrov anzuschauen. Zur goldenen Stunde erstrahlt die Stadt im eigenen Glanz. Wer’s ein bisschen aktiver erleben möchte, kann sich ein Ruder- oder Tretboot mieten.
  • Prag bei Nacht bzw. in der Dämmerung ist ein Muss, besonders das angestrahlte Schlossareal mit der Karlsbrücke im Vordergrund. Bester (Foto-)Spot ist dafür die südliche Nachbarbrücke und/oder die östliche Uferseite der Moldau. Auch ein Gang durch die kleinen Gässchen der Stadt lohnt sich.

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Mein Fazit

Prag hat mir wirklich sehr gefallen! Insbesondere zur goldenen Stunde und zum Sonnenuntergang hat die Stadt ihren ganz eigenen magischen Flair. Die Häuserfronten erstrahlen in orangen, gelben und goldenen Tönen, die rot-orangen Dächer scheinen zu glühen und der sich langsam färbende Himmel gibt sein übriges dazu, während sich die ganze Szene in der Moldau spiegelt. Spätestens da bekommt der Spitzname „Prague, the golden city“ eine ganz neue Bedeutung.

Speziell die Kleinseite mit den vielen schnuckeligen Gässchen, der Wasserseite, „Prager Venedig“ und der Insel bleibt mir in besonders schöner Erinnerung, ebenso wie der Blick vom Burgviertel darauf. Es lohnt sich, einfach mal rechts oder links von den Haupttouristenstraßen abzubiegen und die kleinen Gässchen mit ihren Details zu erkunden.

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